Die Insel der roten Mangroven

In der Lesejurygab es pünktlich zum Erscheinen des Taschenbuches "Die Insel der roten Mangroven" von Sarah Lark als Leserunde. Dieses Buch ist die Fortsetzung von "Die Insel der tausend Quellen".

 

Die Geschichte beginnt auf Cascaria Gardens, der Plantage der Familie Fortnam, die wir aus dem Vorgängerband bestens kennen. Nora und Douglas Fortnam werden aus verschiedenen Gründen von ihren Nachbarn schief angesehen, wenn nicht gar gemieden. Zum Einen behandeln sie ihre Sklaven ganz anders als die Nachbarn. Zum Anderen ist Noras Tochter Deidre nicht ganz makellos. Wie wir aus "die Insel der tausend Quellen" wissen, ist Deidres Vater Akwasi schwarz. Glücklicherweise hat Deidre die grünen Augen ihrer Mutter geerbt und recht helle Haut.

 

Da sich in der näheren Umgebung kein passender Heiratskandidat für Deidre finden will und Doug als Anwalt viele bittere Geschichten gerade auch von mischlingen kennt, sind die Fortnams erleichtert, als Deidre sich in einen jungen Arzt verliebt. Victor gewinnt ihr Herz quasi im Sturm, als er sich zuerst um die schwere Verletzung eines kleines Sklavenmädchens kümmert und sich dann erst um die klitzekleine Unpässlichkeit der blasierten weißen Nachbarin kümmert.

 

Victors Familie lebt auf Saint Domingue, den französischen Teil Hispaniolas (das heutige Tahiti). Für Nora und Doug ist dieser Umstand sehr willkommen, haben doch Mulatten  - erst recht, wenn sie einen Freibrief haben wie Deidre - dort mehr Freiheiten als auf Jamaica.

 

 

Weitere Protagonisten des Buches sind Bonnie und Jefe. Sie leben auf Grand Cayman und sind miteinander befreundet. Bonnie ist die Sklavin des Metzgers. Und hat wahrlich nichts zu lachen. EInziger Lichtblick sind die Momente, wenn Bonnie die Einkäufe im Gemischtwarenladen von Maanu erledigt.

Maanu kennen wir bereits aus "Die Insel der tausend Quellen". Sie war Noras Haussklavin und damals schwer verliebt in Akwasi. Inzwischen hat sich viel verändert. Akwasi, der sich in Nora verliebt und diese zu den Maroons entführt hatte, hatte eigentlich keine Augen für Maanu. Dieser gelang es dennoch, Akwasi zu heiraten. Jefe ist der Sohn der beiden.

Dass die Familie auf Grand Cayman gelandet ist, gründet in der Verbannung Akwasis. Maanu war damals mit Jefe an Akwasis Seite geblieben. dank ihres Freibriefes konnte sie sich den Laden aufbauen und auch Jefe bei sich behalten. Akwasi, der ewige Rebell, versuchte mehrmals zu fliehen. Bei seinem letzten Fluchtversuch wurde er erschossen.


Bonnie genoss es, bei Maanu im Laden zu sein und auch das Zusammensein mit Jefe. Eines Tages erzählt Jefe ihr von einem Piratenschiff, auf dem er anheuern will. Er benötigt Bonnies Hilfe bei einer Lieferung für die Piratn. Bonnie sieht das als große Chance, sich endlich von ihrem Bakra zu befeien. Als "Bobbie" kann auch sie auf der "Mermaid" anheuern und legt eine Wahnsinnskarriere als Kanonier hin. Jefe nennt sich den Piraten gegenüber "Caesar"

 

Als "Bobbie" in einer Schlacht schwer verletzt wird, kümmert Jefe sich darum, dass sie an Land zu einem Arzt kommt. Bobbie und Caesar gehen also auf Saint Domingue an Land und geraten ausgerechnet an Victor.

 

Wie die Geschichte weitergeht, lest am besten selbst.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen, beschreibt es doch ausführlich die Lebenssituation und die politischen Verhältnisse der damaligen Zeit. Sarah Lark nimmt uns mit hinein in das Leben ihrer Protagonisten. Sie schreibt so, dass man mit jedem der Charaktere mitfühlt. auch mit den eigentlich nicht ganz so sympatischen. Streckenweise fand ich das Buch etwas langatmig, was allerdeings dem Lesevergnügen keinen Abbruch tut. Schwer fand ich nur, am Ende des jeweiligen Leseabschnittes das Buch aus der Hand zu legen.

 

 

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