Ich bin alt und brauche das Geld

Im Rahmen der Lesejury durfte ich das Buch "Ich bin alt und brauche das Geld" von Eva Völler lesen.

 

Zu Beginn des Buches lernt die geneigte Leserschaft Charlotte Hagemann kennen, die ihre Geschichte selbst erzählt. Charlotte ist Ende 40 und hat nichts mehr. Ihre Weinhandlung hat sie aufgegeben, um zu ihrem Lebensgefährten Klaus zu ziehen. Das Geld aus dem Verkauf der Weinhandlung lieh sie Klaus - selbstverständlich ohne Vertrag.

Kaum war Charlotte bei Klaus eingezogen, verschwand er. Zwei Wochen später stand der Gerichtsvollzieher vor der Tür um das Haus zu pfänden. Charlotte konnte nur noch das nötigste einpacken und fand Asyl im Wohnzimmer von Doro und Dirk. Dass das kein Dauerzustand sein konnte, wird nach Beschreibung der Situation schnell klar. Tja,und dann stirbt Klaus. Charlotte geht aus reiner Neugier auf die Beerdigung. Auf selbiger lernt sie Klaus`Tochter Jennifer und deren Kinder kennen, das aufgeweckte und altkluge 5jährige Paulinchen und den 3jährigen Max. Charlotte, die in ihrer längst vergangenen Vergangenheit einmal Erzieherin war, beschäftigt die beiden während der Beerdigung - sehr zum Missfallen Jennifers.

Aufgrund der Zustände in Doros Wohnung begibt sich Charlotte auf Wohnungssuche. Die Wohnung im Dachgeschoss eines illustren Mehrfamilienhauses ist zwar das allerletzte (renovierungsbedürftig, ein Zimmer ganz ohne Fenster, veraltete Küche ...). Und der Makler ist auch nicht ganz koscher. Aber für jemand ohne Geld durchaus bezahlbar. Das ist der Beginn von Charlottes neuem Leben.

Nach dem Einzug beginnt Charlotte mit der Renovierung, bei der erwartungsgemäß einiges schief geht. Dirk verletzt sich, nachdem er 1 qm Decke gestrichen hat und fällt fortan aus. Die Möbel aus dem schwedischen Einrichtungshaus bauen sich leider nicht von selber auf. Und wenn man es dann geschafft hat, fällt ausgerechnet der Sessel wieder zusammen. Der Job, den Dirk ihr vermittelt, erweist sich als Charlotte-untauglich. Einzig der Nachbar von unten drunter scheint ein Lichtblick zu sein. Er hilft mit wertvollen Tipps und auch praktisch. Und dann steht plötzlich Jennifer in der Tür, hochschwanger und wütend. Ihr Ehemann, der in London arbeitet, scheint ein Verhältnis zu haben. Jedenfalls verhält er sich seiner Familie gegenüber nicht so, wie Jennifer es erwartet. Also lädt sie ihre Kinder samt Aupair  kurzerhand bei Charlotte ab ("sie reden seit der Beerdigung dauernd von dir") und düst davon. Selbstverständlich ohne ihre Kontaktdaten zu hinterlassen. Ist ja irgendwie klar, dass aus "nur ein paar Tage" nach und nach immer mehr werden. Wie es Jennifer ergeht, erfährt die werte Leserschaft auf die gleiche Weise wie Charlotte: aus Jennifers geheimem Blog, zu dem Paulinchen die Zugangsdaten kennt.

Im weiteren Verlauf erlebt Charlotte einige Situationen, die typisch sind, wenn man Kinder hat. Während wir Mütter normalerweise über die Jahre hin und wieder mal in eine dieser Situationen  geraten, erlebt Charlotte alles geballt (von nachts fernsehen über den ersten Kindergartentag bei einer angespannten Erzieherin über Gegenstände verschlucken bis hin zu ungeahnten Kenntnissen im Bezug auf Internet und Co.). Glücklicherweise ist Charlotte aufgrund ihrer Erfahrung als Erzieherin im Umgang mit Kindern geübt und meistert alle Hürden mit Bravour.

Ich verrate nicht zu viel, wenn ich hier schreibe, dass das Buch happy endet. Frau Völler schreibt sehr angenehm. Die Geschichte nimmt einen gefangen. Man legt es erst weg, wenn der letzte Buchstabe und das allerletzte Satzzeichen gelesen sind.

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